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Altarm Mähnepol

Renaturierung „Mähnepol“ Trendelburg - Sielen

Die von der zwischenzeitlich abgeschlossenen Maßnahme betroffene Fläche hat eine Größe ca. 4,4 ha. Die Stadt Trendelburg stellte ihre Fläche dem Wasserverband gegen Erstattung des gutachterlich festgestellten Geldwertes für die Maßnahme zur Verfügung. Ursprünglich sollten die Flächen der Pfarrei zur Sicherung des Projektes erworben werden, die veranschlagten Kosten wurden in den Förderantrag des Wasserverbandes eingestellt und auch bewilligt. Im Rahmen der Projektrealisierung wurde jedoch ein Grundstückstausch unter Mitwirkung der betroffenen Behörden und Stellen erzielt. Der Pfarrei wurden Flächen an anderer Stelle überlassen, die seinerzeit für nicht realisierte Naturschutzprojekte mit öffentlichen Mitteln erworben wurden. Daher sind hier keine Grunderwerbskosten angefallen, Eigentümer des gesamten Plangebietes ist nun die Stadt Trendelburg.

Die Projektfläche befindet sich unmittelbar entlang der Diemel. Die Flächen zeigten deutliche Bodenrinnen, einen breiten, relativ flachen Grabenrest und einen dauerhaft mit Wasser gefüllten Tümpel, allesamt Relikte ehemaliger Flussarme. Die Flächen werden bei starker Wasserführung der Diemel und bei Regenereignissen in Teilen überflutet, das Wasser umfließt höher gelegene Bereiche des Ortsrandes (Sportplatz etc.).


Über eine eigens hierfür angelegte und mit Steinen befestigte Flutrinne wird das Diemelwasser unter der Landesstraße hindurch hinter dem Sieler Wehr dem Mutterlauf wieder zugeführt. Die entlang des stark verlandeten Grabens stehenden hiebreifen Hybridpappeln wurden in Abstimmung mit der Genehmigungsbehörde vom Wasserverband gefällt.


Vor allem der bestehende Tümpel („Mähnepol“), der verlandete Graben und die hohen Grundwasserstände auf dem Grünland waren Grundlagen, die zusammen mit anderen Maßnahmen (Anlage einer größeren Streuobstwiese etc.) einen naturschutzfachlich hochwertigen und für die naturnahe Gewässerentwicklung wertvollen Raum entstehen ließen.
Ein Anschluss an die Diemel im oberen Bereich war nicht möglich, da die Höhenverhältnisse dies nicht zuließen. Aufgrund des nahe gelegenen Sielener Wehres liegt der Wasserstand oberhalb dauerhaft deutlich über dem Niveau u.a. der Landesstraße und anderer Flächen. Stattdessen wurde ein Geländeriegel zwischen Diemel und erstem vertieften Altarm sowie zwischen vertieftem Altarm und dem Tümpel „Mähnepol“ belassen. Der weitere Sohlenverlauf wurde so gewählt, dass nur bestimmte Bereiche bei Mittelwasserstand mit Grundwasser bespannt sind, andere nur bei Hochwasser durchflossen werden.

Im oberen Bereich wurden die vorhandenen Geländemulden erheblich vertieft, so dass ein zweiarmiges Gerinne (mit Insel) mit einer Gesamtlänge von ca. 300 m entstand, ohne Verbindung zum Tümpel „Mähnepol“ zu erhalten. Unterhalb dieses Altwassers wurde auf einer Länge von ca. 220 m der vorhandene, verfüllte bzw. verlandete Flutgraben wieder geöffnet, so dass hier in Teilen dauerhaft Wasser steht. Die bei Hochwassern stark erosionsgefährdeten Böschungen wurden durch Wasserbausteine gesichert.
Im auf einer Länge von gesamt ca. 520 m wieder hergestellten Altarm variieren die Böschungsneigungen und Sohltiefen, um möglichst vielfältige Biotoptypen zu entwickeln und den verschiedensten Pflanzen und Tieren Lebensraum zu bieten. Wassertiefen betragen bei Mittelwasser ca. 60 – 120 cm, auch in trockenen Sommern wird der Altarm nicht austrocknen. Die Breite des Gewässers variiert zwischen 15 m und 25 m.



Insgesamt wurden ca. 10.500 cbm Boden ausgekoffert. Aufgrund der sehr hohen Grundwasserstände und z.T. nassen Wetters war ein erheblicher Aufwand für den Bau von Baustraßen zu erbringen.

Die wesentlichen Erdbauarbeiten wurden Ende 2007 abgeschlossen, Restarbeiten erfolgten Anfang 2008, die Bepflanzung wurde im April 2008 fertig gestellt. Zum Schutz vor Erosion wurden auch die entstandenen Rohbodenbereiche mit einer standortgemäßen Saatmischung als Grünland eingesät. Damit ist die Baumaßnahme komplett abgeschlossen, die veranschlagten Kosten konnten aufgrund günstiger Angebote und vor allem wegen des Wegfalls von Grunderwerbskosten (s.o.) unterschritten werden.

Das Gebiet entwickelt sich ausgezeichnet
und führt zu einer maßgeblichen
Verbesserung der Gewässerstrukturgüte.
Es wird zunehmend von bedrohten Tier- und
Pflanzenarten angenommen, bietet der
Fischwelt gute Reproduktionsmöglichkeiten,
was zu einem Ausgleich von
Beeinträchtigungen durch den erheblichen
Bootsverkehr auf der Diemel führt.

Gefördert wurde auch diese Maßnahme
aus dem Landesprogramm
„Naturnahe Gewässer“.












Beginn der Bauarbeiten Nov. 07


Das erste Hochwasaser im fast fertiggestellten Altarm, Nov.07



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