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Bekämpfung der Herkulesstaude

Gefährliche Schönheit
Herkules-Staude breitet sich immer weiter aus - Verbrennungen beim Anfassen

bad arolsen. Der Hessische Wasserverband Diemel zieht die Notbremse in Sachen Riesen-Bärenklau. Der giftigen Pflanze gehts an die Wurzel, damit sie Menschen nicht mehr gefährlich werden kann. In Bad Arolsen sind im Thielebachtal die riesigen Stauden entdeckt worden. Nicht nur zwei oder drei, es sind 140 Stauden an der Fläche der Aar.

Gonthard Mamerow, Anleiter beim Wasserverband und Andreas Richter sind mit ihren Mitarbeitern vor Ort, um der Staude den Garaus zu machen. Denn obwohl die aus Kasachstan stammende Pflanze majestätisch schön anzusehen ist, sie ist für Menschen äußerst gefährlich. Kommt man ihr zu nahe, riskiert man schwere Verbrennungen, die Narben hinterlassen. Dabei habe die Pflanze nicht mal einen Nutzen. Zwar locke sie Bienen und andere Insekten an, aber sie verdränge auch heimische Pflanzen. Und dabei ist sie dann auch noch hartnäckig. Pro Pflanzen warten 20 000 Samenkapseln auf ihren Abwurf. Und: Sie schlägt trotzt Abholzung immer wieder aus, bis zu drei Mal pro Jahr. Mamerow sieht eine Chance, indem die Pflanzen mit Wurzel ausgestochen und zerschlagen werden. Und das muss jahrelang wiederholt werden. Begeistert sind die Mitarbeiter des Wasserverbandes Diemel von der Hilfe der Stadt Bad Arolsen, die richtig gute Lagepläne geliefert hat.

Wenn man Stauden entdeckt: Hände weg und den Bauhof der jeweiligen Stadt informieren. Oder aber bei der Naturzschutzbehörde in Korbach anrufen.

Der Riesen-Bärenklau wurde etwa 1890 als Zierpflanze nach Europa eingeführt und zuerst in den Parks des englischen Königshofes angepflanzt. Imkern wurde er in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Bienenweide empfohlen, die Forstwirtschaft wollte mit den dichten Beständen dem Wild zusätzliche Deckung geben. Eine Aussaat ist nach §41 Bundesnaturschutzgesetz eigentlich genehmigungspflichtig. (mov)
Bild und Text
HNA,Waldeck 07.07.2006






















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