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Altarm Königsberg Liebenau

Im Rahmen des Förderprogramms "Naturnahe Gewässer" wurde ein Antrag auf die Gewährung von Fördermitteln für die Umsetzung dieser Maßnahme gestellt, der im Oktober 2004 positiv beschieden wurde.
Nach der Reaktivierung des Altarmes "Stadtwiese" im Stadtgebiet von Liebenau wurde eine weitere verlandete, ehemalige Altarmschleife ca. 1,3 km nordöstlich der Stadt, nahe der Warmemündung, als ebenfalls sehr geeignet für die Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen befunden.

Mit den Bauarbeiten wurde Anfang Juli 2005 begonnen.

Bei der Wiederherstellung des ehemaligen Gerinnes war ein Abwassersammler zu kreuzen, der unmittelbar parallel zum Diemelufer im Freigefälle verläuft. Nach intensiver Abstimmung mit dem Betreiber wurde die ca. 2 m hohe Überdeckung des Kanals im unteren Bereich auf ca. 0,6 m abgetragen und die Trasse mit Geogitter sowie Wasserbausteinen vor Erosion geschützt. Hierdurch entstand eine kleinere, bei allen Wasserständen direkt mit der Diemel verbundene Wasserfläche sowie eine umfangreichere, nur bei erhöhten Wasserständen mit dem Mutterlauf verbundene. Die Kanalkreuzung wurde mit entsprechenden Hinweisschildern ausgestattet.


Im oberen, südlichen Bereich wurde eine direkte Öffnung zur Diemel hergestellt und der Altarm auf einer Länge von ca. 60 m bis zur Kanalkreuzung wieder ausgekoffert. Die Breite der Kanalschutztrasse, die nur bei höheren Wasserständen überflutet wird, beträgt ca. 20 m. Ein Wasseraustausch ist hier durch den grundwasserdurchlässigen Flusskies gewährleistet. Auf einer Länge von ca. 220 m folgt sodann das eigentliche wieder hergestellte Altwasser, das kurz vor dem Diemelufer im unteren Bereich endet. Hierdurch herrscht hier im unteren Bereich der hohe Wasserstand des oberen Diemelabschnittes. Aufgrund des starken Gefälles der Diemel in diesem Bereich (durch "Abschneiden" und Verfüllen des Altarmes wurde die Gewässerstrecke verkürzt) wurde kurz nach Realisierung dieser Planung im Rahmen der Gewässerunterhaltung unterhalb des Altarmes eine Sohlschwelle in der Diemel eingebaut, die durch zusätzliche Wasserstandserhöhung die Bildung weitreichender Feuchtflächen im beplanten Grünland auch bei Mittelwasserstand der Diemel unterstützt.
Im auf einer Länge von gesamt ca. 300 m wieder hergestellten Altarm variieren die Böschungsneigungen und Sohltiefen, um möglichst vielfältige Biotoptypen zu entwickeln und den verschiedensten Pflanzen und Tieren Lebensraum zu bieten. Wassertiefen betragen bei Mittelwasser ca. 80 - 120 cm, auch in trockenen Sommern wird der Altarm nicht austrocknen. Eine aus Natursteinen hergestellte "Insel" bietet weitere besondere Lebensräume. Die Breite des Gewässers variiert zwischen 15 m und 25 m.
Insgesamt wurden ca. 8.400 cbm Boden abgefahren, von dem ein Teil landwirtschaftlich verwertbar war und auf einem Acker eingebaut wurde, der übrige Boden wurde in der Deponie Haueda abgelagert.

Die Erdbauarbeiten und Gehölzpflanzungen wurden bereits in 2006 abgeschlossen.

Das Gebiet entwickelt sich ausgezeichnet und führt zu einer maßgeblichen Verbesserung der Gewässerstrukturgüte. Es wird zunehmend von bedrohten Tier- und Pflanzenarten angenommen, bietet der Fischwelt gute Reproduktionsmöglichkeiten, was zu einem Ausgleich von Beeinträchtigungen durch den erheblichen Bootsverkehr auf der Diemel führt. Aufgrund der wesentlichen Erhöhung des Grundwasserstandes, Umwandlung intensiv genutzter Ackerflächen in extensiv genutztes Grünland, Feucht- und Nasswiesen sowie Sukzessionsflächen wurden Extremstandorte geschaffen, die wesentliche Voraussetzungen für die Wiederbesiedlung mit besonders bedrohten Arten sind und ggf. auch spezielle Arten (z. B. Weißstorch) wieder in das Gebiet führen wird.





Anbindung des Altarmes an die Diemel


Nach der Fertigstellung der Baustraßen begannen die Baggerarbeiten


Altarm ca. 2 Wo. nach Fertigstellung


Obwohl die Anbindung an die Diemel durch eine Steinschüttung unterbrochen ist, steht genügend Grundwasser im Altarm.Bild aus dem Oktober 2006



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